Zeitreisen sind möglich!
Das hab ich heute selbst und höchstpersönlich festgestellt.... und das auch noch mit dem Fahrrad.
Während meiner spätsommerlichen frühherbstlichen Septemberabschieds-Radtour durch die weg-von-der-Zivilisation-seiende Prärie der Braunauer Umgebung hab ich mir überlegt einen Blogeintrag über die abseits der Hauptstraßen liegenden Orte mit lustigen Namen zu erstellen, die meist mit "-ding" enden und daher im Nachhinein schwer zu unterscheiden sind. [Meine früheren Deutschlehrerinnen-, magistras und- professorinnen haben mich immer geteacht (haha, Neudeutsch) kurze Sätze zu verfassen, aber da pfeif ich heute wieder mal drauf] Klammer zu., Affe tot! (Wortwitz, muahaha)
Wieso waren das eigentlich immer Frauen, die mir Deutsch beibringen mussten/durften/sollten? Hmmmm... egal, das ist ein anderes Thema.
Wo war ich? Ortsnamen, genau.
Was ich aber dann in Weng im Innkreis erfahren durfte, stärkte in mir den Drang, über ein anderes Thema in die Tastatur zu dreschen:
Auf der Suche nach einem Supermarkt (o.Ä.!), um nach 36 km meine sich immer mehr emptierende Wasserflasche aufzufüllen, landete ich in oben erwähntem Ort. "Da gibts sicher an Nah&Frisch, Unimarkt, Lidl, Zielpunkt, oder ein anderes nahversorgerähnliches Gehöft", dachte ich so bei mir und *quietsch* stand ich vor einem Haus mit "Spar"-Schild überm Eingang.
Fluchs hinein und *padautz* ich war irgendwo in den 50er- oder 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. "Tante Emma Laden" war das erste Wort dass mir ins Hirn schoß. "Herrlich!" da findet man auf gefühlten 4 qm Alles. Wirklich Alles, nur in weniger Variationen und in kleineren Mengen, als ich es aus meiner Heimatstadt kenne im Regal.
Apropos Regal: zwischen den selbigen, also auf den Gängen (haha...Gängen... aber wie soll ich es sonst nennen?), also in den Engstellen - und da waren NUR Engstellen - hat man kaum Platz sich umzudrehen. Und wenn es einem doch gelingt, steht eine verdutzt schauende Mitzi oder Resi vor einem, die nimmer ein oder aus weiß, weil auch ihr jetzt der Platz ausgegangen ist, weil se da Stodinger in dem Kammerl verrennt hat.
Selbige Frau stand mir dann noch dreimal im Weg, oder ich ihr - Ansichtssache.
Jedenfalls wollte ich schnell ein Mineralwasserflascherl greifen, zur Kasse und wieder raus. Schnell merkte ich, dass sich diese drei Vorhaben innerhalb eines Meters bewerkstelligen lassen. Zum Mineral runtergebückt, dabei der Kassenfrau unfreiwillig fast den Hintern ins Gesicht gedrückt - also meinen in ihr Antlitz, anders wärs ja anatomisch quasi unmöglich. Dann hoch, zwischen Kassa und Feinkostabteilung, die beide fast ineinander übergehen und dann auch gleich wieder an der Mauer enden, gewendet und das Rimernal... Nilmera...Mineralwasser bezahlt und raus in die Gegenwart des 21. Jhdts.
Schon herrlich dass es solche Zeitnischen noch gibt. Man muss sie nur finden.... aber bitte nur einzeln betreten ;-)