Immer wenn ich Sonn- oder Feiertags vormittags am ORF2 vorbeizappe, rennt da grad eine Liesl, Christl, oder wie sie alle heissen mit Dirndl und Stöckelschuhen(!) ganz rauf auf einen Berg oder eine Alm um dort Rudolf Lenz oder Gerhard Riedmann zu daten. Kaum begegnen sie sich in dieser dünnluftigen, quietschbunten 50er-Jahre Naturidylle, schlendern sie zuzweit ein Lied trällernd wieder zu Tale.
Nicht nur dass der ganze Aufwand des hochgelegenen Treffpunkts kompletter Irrsinn ist, wenn sie eh aus dem selben Dorf kommen und dann nicht mal ein Kuss dabei rausschaut. Ich halte es auch für unverantwortlich, dass diese Trullas mit komplett ungeeignetem Schuhwerk in so einer Landschaft herumstacksen, und dass das dann noch einem Millionenpublikum auf Leinwand vorgeführt wurde. Eine Jack-Wolfskin-Mafia, wie sie heute zwischen Flensburg und Oberammergau wütet, gabs ja damals noch nicht.
Da wär eine Statistik interessant, wieviele deutsche Touristen sich zwischen 1950 und 1965 auf österreichischen Schafbergen und Postalmen verletzt haben, weil sie sich diesen Schmalz in puncto Outfit zum Vorbild genommen haben. Wa!?
Unsere gute alte Zeichentrick-Heidi hat das mit Peter und den Geißlein immerhin barfuß erledigt. Ob das besser war, ist einen andere Frage. Der Alm-Öhi fands jedenfalls ok, und der kennt sich da aus!
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