Perchtengruppen, in Kennerkreisen auch "Pass" genannt, wachsen ja hurtiger aus dem Boden wie so mancher Pilz und wollen auch dort unterm Schutzschild der Tradiotion etwas wiederbeleben, wo es nie Tradition wahr. Hauptsache es gibt was zum Nierenspülen, vorher UND nachher.
Neben diesem Trend gibt es aber noch einen zweiten, parallel laufenden: Nämlich der phänomenal rücksichtslose Umgang mit unserer deutschen Sprache in solchen Kreisen.
Wie bringen wir denn so mancher teilzeitdiabolischer Gruppierung bei, dass die Mehrzahl von Teufel nicht Teufeln(!!!) ist, sondern schlicht "Teufel" ohne N? Erst gestern durfte ich das wieder mal lesen, auf einer Jacke eines mir Unbekannten in einer Schlange vor mir. (Warteschlange wohlgemerkt, nicht das Reptil)
Wär sicher schwierig geworden, ihn darauf hinzuweisen schwierig, weil schließlich "Hama jo de Deifin"
http://de.wiktionary.org/wiki/Teufel
Und weiters, wie soll man denen vermitteln dass es im Deutschen nur bei einzelnen Ausnahmen einen Grund gibt, vor einem "s" einen Apostroph zu setzten, wenn sie es hierzulande im mittlerweile schon heimischen Englisch immer wieder lesen müssen, und viel zu oft auch in falschen deutschen Formulierungen wie "Frieda's Imbiss' Stüber'l", wie man sie leider bei jedem Spaziergang an jeder Ecke findet, wenn man die Augen offen hält.
"De ondan schreims jo a so."
http://de.wikipedia.org/wiki/Idiotenapostroph
Jeder macht immer wieder mal Rechtschreibfehler, das liegt in der Natur einer nicht immer durchsichtig aufgebauten Sprache, die uns durch Dialekte und Anglizismen gern auf die falsche Fährte lockt, und nebendrein durch eine übermütige Rechtschreibreform noch mehr Fragezeichen aufwirft, als nötig wären.
Ich zum Beispiel neige gern zu Bestrichfehlern in viel zu langen Sätzen.
Aber die schnelle Verbreitung solcher gedankenloser Fehler ist mittlerweile mehr als auffallend. Jaja, das Internetzeitalter wieder mal.
Da schreibt wohl einer gern vom anderen ab, ohne sich selbst anzustrengen, wie schon damals in der Schule.
Apropos Schule: Jetzt hör ich auch wieder auf, mich als Lehrer aufzuspielen. Aber ein gepflegterer Umgang mit unserer schönen Muttersprache, der Sprache der Dichter und Denker, liegt mir einfach am Herzen.
Spätestens im Oktober 2012, wenn ich die ersten Bubis mit falsch bedruckten, hässlichen Jacken beim Pflichtvorglühen vor so einem immer ewig gleichen Perchtenlauf rumtorkeln sehe, komm ich wieder gedanklich mit dem roten Korrekturstift daher.
Frohe's Fest!
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